Tempo 80 - kein sinnvolles Mittel gegen die Ozonbelastung

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Bild Martin MichelBodennahes Ozon entsteht durch Einwirkung von starkem Sonnenlicht mit spezifischen Vorläufersubstanzen wie Stickoxide (NOx) und flüchtigen organischen Verbindungen (VOC). Daher entstehen vorab in Hitzeperioden erhöhte Ozonkonzentrationen und Überschreitungen der Immissionsgrenzwerte von Ozon. Verschiedene Kantone, darunter auch der Regierungsrat des Kantons Schwyz, erwägen daher bei einer massiven Überschreitung der Ozonwerte auf den Autobahnen eine Temporeduktion auf 80 km/h einzuführen.

Diese geplanten Temporeduktionen auf 80 km/h auf Autobahnen sind äusserst fragwürdig. Eine im Jahre 2004 vom BAFU in Auftrag gegebene Studie hat nämlich belegt, dass diese Massnahme die Ozonbelastung einer Region um weniger als 1% zu verringern vermag und somit praktisch unwirksam ist. Die Kantone sind sich dieser Tatsache bewusst, argumentieren aber damit, man müsse eben einfach einmal ein Zeichen setzen. Was leider bewirkt, dass diese falschen Zeichen verhindern, dass zur wirklichen Verringerung des Ozons etwas Sinnvolles und Wirkungsvolles unternommen wird.

Der TCS und auch das BAFU setzen dabei auf längerfristige Massnahmen durch Eindämmung der Vorläuferschadstoffe. Diese entstehen insbesondere durch den motorisierten Verkehr, aber auch durch die Industrie und das Gewerbe. Obwohl diese Vorläuferschadstoffe seit dem Jahre 1980 schon mehr als halbiert werden konnten (und das bei erheblicher Steigerung der Verkehrszahlen), sind in diesem Bereich die wirkungsvollsten Massnahmen zu erwarten.

Wie überall beginnt die Besserung bei jedem einzelnen selber. Zusammenfahren ist günstiger, interessanter und verringert die Schadstoffe. Autofahrer sollten daher schadstoffarme und energieeffiziente Fahrzeuge beim Kauf bevorzugen. Niedertouriges Fahren (Eco-Drive) verringert ebenfalls den Schadstoffausstoss. Motorräder oder Roller mit Viertaktmotor und Katalysator oder mit Elektro-Motor ausgerüstet, fahren ebenfalls sauberer. Noch besser und auch gesünder ist natürlich das Velo. Aber auch bei der Verwendung von Farben, Lasuren, Reinigungsmitteln, Klebern, Spraydosen und Holzschutzmitteln sollten lösemittelfreie oder -arme Produkte den Vorzug finden.

Der Ozonverringerung helfen auch elektrische Geräte statt Geräte mit einem Benzinmotor; wenn schon, dann gilt es, möglichst Geräte mit Viertaktmotor wählen und so genanntes Gerätebenzin verwenden. Mit solchen privaten Massnahmen zur Schadstoffverringerung tritt man der Ozonbelastung wirkungsvoller entgegen als durch fragwürdige Tempolimiten, die nachweisbar nichts bringen und dafür viele zusätzliche Nachteile schaffen.

 

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