Dieselqualität in Europa

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Jede zehnte Tankstelle erfüllt Norm nicht

Im Hinblick auf die Osterreisewelle hat der Touring Club Schweiz (TCS) an Autobahntankstellen von sieben europäischen Ländern Dieselproben entnommen. Die Testergebnisse fielen insgesamt gut aus: So lag der Wasseranteil des Diesels innerhalb der Toleranzgrenze. Hingegen war der "Flammpunkt" bei einigen französischen und italienischen Tankstellen tiefer als vorgeschrieben. In der Schweiz hat TCS hat bereits im vergangenen Jahr die Dieselqualität getestet - mit unterschiedlichen Ergebnissen.
Dieseltest 2011
Dieseltest 2011: Norden top, Süden Flop

Der TCS entnahm entlang der wichtigsten europäischen Reiseroute Dieselproben und untersuchte deren Qualität.

Die Resultate in Kürze: Insgesamt wichen 19 Proben von der Norm ab. Von den 202 in Spanien, Frankreich, Italien, Schweiz, Deutschland, Österreich und Ungarn analysierten Proben unterschritten 9,4% zum Teil deutlich die Anforderungen der Norm DIN EN-590: Bei 15 Tankstellen, davon 10 in Italien und Frankreich lag der Flammpunkt unterhalb der vorgeschriebenen Toleranzmarge, was auf Benzin im Diesel schliessen lässt.

Erfreulich ist, dass beim Testkriterium "Wasseranteil pro Liter Treibstoff" keine einzige der getesteten Tankstellen ausserhalb der Norm lag (→ alle Ergebnisse im Überblick).

 

Biodiesel in Europa

Bei vier Tankstellen lag der Biodieselanteil leicht über der Norm. Biodieselanteil wird in allen EU-Ländern in unterschiedlicher Menge beigemischt und bei einigen Tankstellen leicht überschritten.

Infobox

Wer frühzeitig Diesel tankt, hat noch eine Restmenge im Tank, die sich mit dem nachgefüllten Treibstoff vermischt. Dadurch werden unterschiedliche Dieselqualitäten etwas "geglättet".

Die vollständigen Informationen über die Reiseroute und die entnommenen Proben können unter www.tcs.ch eingesehen werden.

Der TCS empfiehlt den Automobilisten, immer Treibstoff derselben Marke zu tanken, auch im Ausland.

Gestützt auf Quittungen oder Treuekarten können so im Schadenfall Ursachen leichter ermittelt und Rechte geltend gemacht werden.

Beim heutigen Stand der Technik ist ein höherer Anteil als 7% nicht möglich. Einzig die Schweiz verzichtet konsequent auf Biodiesel bei Autobahntankstellen.


Schäden am Fahrzeug

Für den Konsumenten ist es nicht möglich beim Betanken seines Fahrzeuges festzustellen, ob der getankte Dieseltreibstoff den Vorgaben der Europäischen Normen entspricht. Erschwerend ist zusätzlich, dass man Schäden am Triebwerk nicht unmittelbar feststellen kann, da sich diese schleichend, d.h. erst nach einem gewissen Zeitraum bemerkbar machen.

Es ist somit unumgänglich, dass die Treibstoffhersteller, die Lieferanten sowie die Tankstellenpächter ihre Verantwortung bezüglich der Dieselqualität wahrnehmen und diese regelmässig kontrollieren lassen.

Ein der Norm EN 590 entsprechender Kraftstoff verursacht keinerlei Schäden und nahezu keine Ablagerungen. Ein zu hoher Wasser- oder Benzingehalt sowie zuviel Bio-Diesel, oder andere Verunreinigungen im Dieselkraftstoff beeinträchtigen die Schmierfähigkeit und führen zur Beschädigung von Bauteilen.


Fazit

Der TCS Test zeigt, dass die Ergebnisse vor allem in Frankreich und Italien durchzogen sind, doch besteht für Ferienreisende kein Anlass für Sorgen. Wer nur einmal Diesel mit einem zu tiefen Flammpunkt erwischt, muss nicht gleich einen kapitalen Motorschaden befürchten.

Mit Befriedigung stellt der TCS fest, dass sich seit den ersten Probeentnahmen im Jahr 2009 die Dieselqualität in der Schweiz deutlich verbessert hat. Die Anbieter haben Interesse eine möglichst gute Treibstoffqualität zu liefern.

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