Dieselanalyse 2010
Dieselqualität in der Deutschschweiz: Es ginge auch besser!
Der TCS hat die Qualität des Diesels in der deutschen Schweiz untersucht. Geprüft wurden 57 Tankstellen; 12 davon waren bezüglich des Flammpunktes nicht normkonform. Wasser wurde nicht gefunden.
Nach den Untersuchungen im Gebiet des Genfersees und im Tessin im Frühjahr, hat der TCS zusammen mit der Zeitschrift « Saldo » und der Sendung « Kassensturz » die Qualität der Treibstoffe in der deutschen Schweiz untersucht.
Im Tessin waren 5 % der Treibstoffe verunreinigt, in der Romandie wurden rekordverdächtige 40 % unsauberer Dieseltreibstoffe gefunden.
Die Qualität der Dieseltreibstoffe wird in der Schweiz durch die Norm SN EN 590:2004 festgelegt, welche den Anforderungen der Luftreinhalteverordnung (LRV) entspricht. Die Norm legt insbesondere die höchst zulässige Menge Wasser im Diesel fest (< 200 mg/kg) und den für die Verbrennung entscheidenden Flammpunkt. Liegt dieser unter 55 °C, entspricht der Treibstoff nicht den europäischen Normen.
Benzin im Diesel
Im Wesentlichen sinkt der Flammpunkt mit zunehmendem Benzinanteil. Mehrere Gründe erklären die Beimengung von Benzin in den Dieseltanks der Tankstellen: Fehler beim Füllen der Zisternen/Tankstellen, Verschmutzung des Treibstoffs beim Transport oder auch eine Zugabe von Benzin im Winter, um die Bildung von Paraffinkristallen zu vermeiden.
Methodologie, Bewertung und Ergebnisse
57 Proben von Dieseltreibstoff wurden im vergangenen Mai in den Regionen Zürich, Bern, Basel, Winterthur, St.Gallen und Luzern bei grossen und kleinen Importeuren entnommen. Neben der Kontrolle des Flammpunktes hat das beauftragte Labor – Intertek Caleb Brett – auch untersucht, wie viel Wasser sich im Treibstoff befand.
Alle Proben genügten der Norm EN 590 bezüglich des Wassergehalts. Mehrheitlich lag er bei 50 bis 80 mg/kg. Migrol in Luzern erzielte den tiefsten Wert mit 40 mg/kg.
Weniger erfreulich ist das Ergebnis bezüglich des Flammpunktes. Sieben Proben (12 %) wiesen Benzinbeimischungen auf, davon vier innerhalb der Toleranzmarge( 53-54°C) der Messung.
Bei Agrola, Coop und Shell lagen die Ergebnisse in allen Regionen innerhalb der gesetzlichen Norm.
Folgen und Empfehlungen für Fahrer
Unsaubere Treibstoffe können dem Motor schaden. Ist dem Diesel Benzin beigemischt, so kann der Schmierfilm reissen und mechanische Abnützung auslösen oder gar zum Festfressen von Teilen im Einspritzsystem führen. Korrosion oder Verschmutzung der Filter bergen Risiken für die immer komplexere Mechanik von Dieselmotoren.
Der TCS empfiehlt den Automobilisten, immer Treibstoff derselben Marke zu tanken, auch im Ausland. Gestützt auf Quittungen oder Treuekarten können so im Schadenfall Ursachen leichter ermittelt und Rechte geltend gemacht werden.
Die Studie hat im übrigen gezeigt, dass die Qualität des Diesels unabhängig ist vom Preis, da alle Dieseltreibstoffe der Norm EN 590 unterliegen.
Quelle: TCS Schweiz








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