Europäischer Fussgängerstreifentest 2009

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Fussgängerstreifen in Bratislava ist "Musterüberweg des Jahres"

Zum zweiten Mal testete der TCS zusammen mit 17 Partnerclubs 310 Fussgängerstreifen in 31 europäischen Grossstädten. Das Resultat: Wie bereits letztes Jahr festgestellt, sind die Unterschiede in der Gestaltung der Fussgängerstreifen nach wie vor gross. Während Rotterdam die Spitzenposition einnimmt, rangiert Genf mit dem 27. Platz am hinteren Ende der Rangliste.
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Die Vielfalt der Gestaltungsvarianten schadet der Verkehrssicherheit.


Genf mit nur ausreichender Platzierung

Im Vergleich zum letztjährigen Test wurde eine noch grössere Anzahl von Gestaltungsvarianten festgestellt. Dies hängt damit zusammen, dass in den einzelnen Ländern unterschiedliche Gestaltungskriterien zur Anwendung gelangen. Dies widerspricht dem Anliegen der Verkehrssicherheitsfachleute, die zu einer Vereinheitlichung der Vorschriften tendieren.

Als Testobjekte wurden Fussgängerstreifen an Kreuzungen und Einmündungen ausgewählt. Bewertet wurden die Gestaltung, die Sichtbarkeit bei Tag und Nacht sowie der Zugang.

In der Schweiz wurde 10 Fussgängerstreifen in der Stadt Genf gestestet. Im Vergleich zu anderen Städten schnitten diese relativ schlecht ab.


Testergebnisse

Jeder sechste getestete Fussgängerstreifen wurde mit der Note „mangelhaft“ oder „sehr mangelhaft“ bewertet. Rund 60% der Fussgängerstreifen schnitten gut ab. Fast jeder vierte Fussgängerüberweg erhielt die Note „ausreichend“. Das schlechteste Resultat erzielte ein Fussgängerstreifen in Mailand, der in allen sicherheitsrelevanten Kriterien negativ bewertet wurde. Der beste Fussgängerstreifen im Test ist eine Anlage in Bratislava, die in allen Kategorien die Höchstnote erhielt und damit das Prädikat „Musterüberweg des Jahres“ erlangte.

In der Schweiz fiel die Wahl auf die Stadt Genf, wo im Stadtzentrum zehn Fussgängerstreifen unter die Lupe genommen wurden. Das relativ schlechte Abschneiden ist unter anderem auf folgende von den Testern kritisierte Mängel zurückzuführen: Sichtbarkeit bei Nacht, Markierungen, nicht funktionierende akustische Signale für Sehbehinderte und Blinde sowie Behinderung des Zugangs durch Kaffeetische.


Wie wurde getestet

Zum zweiten Mal haben 17 grosse europäische Clubs, darunter der TCS, im Rahmen der EuroTests eine gross angelegte Untersuchung über Fussgängerstreifen in 31 Ländern Europas durchgeführt, nämlich in den Städten Barcelona, Belgrad, Berlin, Bratislava, Brüssel, Bukarest, Budapest, Dubrovnik, Frankfurt, Genf, Helsinki, Istanbul, Kopenhagen, Linz, London, Ljubljana, Luxemburg, Madrid, Mailand, München, Neapel, Oslo, Paris, Prag, Rom, Rotterdam, Sevilla, Stockholm, Strassburg, Wien und Zagreb. Nicht weniger als 310 Fussgängerstreifen, im Durchschnitt 10 pro Stadt, sind Tag und Nacht von Fachleuten überprüft worden. Untersucht wurden die verschiedenen Arten von Fussgängerübergängen in den Stadtzentren: mit oder ohne Lichtsignalanlagen, Kreuzungen, mehrspurige Strassen, solche mit Gegenverkehr und Einbahnstrassen. Fachleute vom Automobilclub von Italien (ACI) haben unterstützt von Experten des TCS die Inspektionen aufgrund einer Checkliste durchgeführt, die vom Institut für Verkehr und Logistik der Universität Rom „La Sapienza“ erstellt worden ist. Insgesamt wurden die Fussgängerstreifen anhand von 24 Sicherheitskriterien bewertet, die in vier Kategorien gegliedert wurden: Gestaltung des Fussgängerstreifens, Sichtbarkeit bei Tag und Nacht und Zugang zum Fussgängerstreifen.

Bewertet wurden die Fussgängerstreifen mit den Prädikaten "sehr gut", "gut", "ausreichend", "mangelhaft" oder "sehr mangelhaft". Fasst man die Ergebnisse nach Städten zusammen, erkennt man, welche Städte ihre Fussgängerübergänge besonders pflegen und welche dies weniger tun.


Schlussfolgerung

Der zweite Fussgängerstreifentest durch EuroTest zeigt nochmals deutliche Unterschiede auf. Dies sowohl innerhalb der untersuchten Städte wie auch im internationalen Vergleich. Einzelne Ergebnisse sind beunruhigend, wurden doch häufig benutzte Fussgängerstreifen in den Stadtzentren gewählt. Die zehn Fussgängerstreifen der Stadt Genf sind sehr unterschiedlich gestaltet und wurden entsprechend bewertet.

Die Untersuchung der Fussgängerstreifen wird im Jahr 2010 erneut durchgeführt. Das Konsortium EuroTest, welches von der Europäischen Kommission unterstützt wird, möchte mit solchen Tests die zuständigen Behörden anregen, die Fussgängerstreifen in Europa zu verbessern. Im Jahr 2008 wurden in der Schweiz 59 Fussgänger getötet, davon 25 auf Fussgängerstreifen.

Quelle: TCS Schweiz

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