Dachboxentest 2009/2010

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Sieben Dachboxen im TCS-Test - fünf mit Note "sehr empfehlenswert"

Der Touring Club Schweiz (TCS) testete auf die Wintersaison 2009/2010 sieben Dachboxen für Personenwagen. Neben der Sicherheit bei Fahr- und Crashversuchen wurde auch die Gestaltung und Handhabung untersucht. Das Ergebnis: Fünf Dachboxen, darunter auch günstigere Produkte, erzielten die Note "sehr empfehlenswert". Die Dachbox von Mont Blanc erhielt aufgrund der geringen Crashsicherheit nur die Note "bedingt empfehlenswert".
Dachboxentest TCS
Fünf von sieben getesteten Dachboxen schnitten mit "sehr empfehlenswert" ab. (Bild: ADAC)

Die Fahrtests (Ausweichmanöver und Vollbremsung aus 100 km/h) legten die Schwächen der verschiedenen Produkte offen. Zwar zeigten bei der Vollbremsung punkto Befestigung keines der Produkte grössere Mängel, doch beim Ausweichmanöver blieben einige Dachboxen nicht an ihrem Platz.

So legte die Atera Carver II 440 die Mängel ihrer Schnellbefestigung offen, da diese die Box nicht an ihrem Platz halten konnte. Auch die faltbare Thule Ranger 500 verrutschte leicht.

Dass man trotz Schnellverschluss in jeder Fahrsituation sicher unterwegs sein kann, bewies das günstigere Produkt von Thule (Thule Pacific 600), welches den üblichen stabilen Schraubverschlüssen in fast nichts nachsteht (→ TCS-Tipps).


City-Crash

Beim City-Crash (Crashtest bei 30 km/h) wurde sowohl die Befestigungen in der Box als auch die Befestigung der Box am Grundträger geprüft. In diesem Test schnitt die Thule Ranger 500 mit dem besten Ergebnis ab. Sie verbleibt mit ihren Schnellverschlüssen auf dem Fahrzeugdach und verrutscht nur wenig. Das Ladegut bleibt an der vorgesehenen Stelle und alle Verbindungen sind nach der harten Belastung noch intakt.

Enttäuscht hat hingegen die Vista 380 von Mont Blanc. Sie verrutscht auf dem Grundträger und die Ladung belastet die Zurrgurte so stark, dass sie an der Befestigung abreissen. Zu guter Letzt durchschlägt die lose Ladung die Vorderseite der Dachbox und tritt ins Freie. Auch die restlichen Testprodukte können den Inhalt nur bedingt zurückhalten und erhalten nur zufriedenstellende Bewertungen.

Auffällig bei allen Produkten sind die insgesamt zu schwach dimensionierten Befestigungsgurte für die Ladungssicherung und die fehlenden Verzurrmöglichkeiten. Lediglich die Whale 200 von Neumann fällt hier positiv auf, da sehr hochwertige Gurte mitgeliefert werden. Nur das Modell von Atera besitzt extra angenietete Metallösen. Bei der Box von Mont Blanc hingegen durchtrennt die scharfe Kante der Befestigung beim Crashversuch sogar den Gurt.


Qualität hat ihren Preis

Was die Gestaltung angeht, so hat Qualität auch meist ihren Preis. Die teuren Produkte sind entsprechend hochwertiger verarbeitet und glänzen mit durchdachten Detaillösungen. Beim Nässetest bleiben die Delphin 340 K von Kamei, die Carver II 440 von Atera und die Thule Pacific 600 dicht. Undicht sind Mont Blanc Vista 380, die Neumann Whale 200 und auch die Ranger 500 von Thule.

Zwar hielt die faltbare Dachbox von Thule direkt nach der Beregnung noch dicht, wurde aber durch das in den Erweiterungstaschen angesammelte Wasser nach einer gewissen Zeit undicht. Die Diebstahlhemmung wird bei der Mont Blanc und der Neumann gross geschrieben. So kommen hier Metallschlösser und Metallriegel zum Einsatz, die den unbefugten Zugriff erheblich erschweren. Das kleine, schwache Vorhängeschloss der Thule Ranger dürfte hingegen keinen Langfinger abschrecken.


Teure Produkte punkten mit einfacher Handhabung

Dachboxentest 2009
Bei extremen Fahrsituationen zeigten einige Dachboxen Schwächen. (Bild: focus.de)

Wenn es um die Handhabung geht, haben die teuren Produkte die Nase vorn. Schnellverschlüsse sorgen für eine einfache und schnelle Befestigung der Box auf dem Grundträger.

Thule bietet für seine Produkte optionale Skihalter an, mit denen die Ski optimal befestigt werden können. Bei der faltbaren Ranger-Dachbox sind diese ohne Aufpreis erhältlich. Für die korrekte Montage und den sicheren Betrieb einer Dachbox ist eine leicht verständliche Bedienungsanleitung unerlässlich.

Bei den Produkten von Thule, Atera und Kamei sind die Montagehinweise leicht verständlich und sehr gut ausgeführt. Thule liefert sogar eine spezielle Anleitung mit Sicherheitshinweisen mit. Darüber hinaus gibt es bei Thule, Kamei und ATU einen Aufkleber für den Innenraum, der den Fahrer an die geänderte Höhe seines Fahrzeugs erinnern soll. Die Bedienungsanleitung von Mont Blanc kann zur Fehlmontage führen. Negativ aufgefallen ist die mitgelieferte Anleitung der Neumann Whale 200, die nicht mit dem Produkt übereinstimmte.


Treibstoffmehrverbrauch

Zur Ermittlung des Treibstoffmehrverbrauchs wurde ein Fahrzeug ohne Träger, mit leerem Träger, mit beladener schmaler Dachbox und beladener breiter Dachbox, jeweils bei 100 und 130 km/h getestet. Gegenüber der Fahrt ohne Träger bei 100 km/h ergibt sich für die schmale Box ein Mehrverbrauch von etwa einem Liter auf 100 km, die breite Box kommt auf einen Mehrverbrauch von 1,3 Litern auf 100 km. Bei 130 km/h sind die Mehrverbräuche etwa doppelt so gross. Auch das Innengeräusch bei 130 km/h wurde gemessen, hier jedoch ohne grosse Unterschiede in den Ergebnissen zwischen schmaler und breiter Box. Im Gegensatz zum Fahrzeug ohne Last auf dem Dach erhöht sich das Innengeräusch um etwa 2 bis 3 dB(A). Allein das Mitführen des leeren Grundträgers führt zu einer Erhöhung des Innengeräuschs um mehr als 1 dB(A).

Für den Test wurden Produkte im Preissegement zwischen CHF 419.- und 827.- mit einem Ladevolumen von 300 – 520 Litern untersucht. Bei allen Dachboxen wurde darauf geachtet, dass sie auch für den Transport von Skiern geeignet sind.



Video Dackboxentest





Tipps

  • Vor der Auswahl einer Dachbox sollte die benötigte Länge für die geplante Beladung (Skiern, Snowboards) ermittelt werden
  • Bei Platzmangel und gelegentlichen Nutzen bietet sich eine faltbare Box an, die bei Nichtgebrauch leicht verstaut werden kann
  • Die Ladung muss gleichmässig in der Box verteilt und vor allem immer mit stabilen Zurrgurten gesichert werden
  • Nässeempfindliches Transportgut ist – je nach Dachbox – besser im Kofferraum untergebracht.
  • Spezielle Halterungen für Skier, die meist gegen Aufpreis angeboten werden, sind zu empfehlen
  • Verschliessen Sie die Box immer sorgfältig und überprüfen Sie von Zeit zu Zeit die korrekte Befestigung auf dem Grundträger
  • Beachten Sie, wie viel Gewicht der Autohersteller maximal für Dachtransporte zulässt (siehe Bedienungsanleitungen)
  • Ebenso sind die Maximallasten von Dachträger und -box einzuhalten
  • Mehr als 130 km/h sollte man mit dieser Art von Dachlast nicht fahren. Einerseits beanspruchen enorme Windkräfte die Befestigungselemente, andererseits steigt der Treibstoffverbrauch stark an
  • Messen Sie die Gesamthöhe des Fahrzeuges mit Dachbox ohne Passagiere und Beladung im Innenraum. Beachten Sie dieses Mass – insbesondere bei Vans, Geländewagen und anderen höher gebauten Fahrzeugen – vor der Fahrt durch niedrige Tore oder in Tiefgaragen
  • Durch die grössere Bauhöhe ist das Fahrzeug bei Seitenwind empfindlicher, hier droht nach Waldstücken und auf Brücken besondere Gefahr durch plötzlich auftreten Windböen
  • Der erhöhte Schwerpunkt macht sich auch im Handling des Fahrzeugs bemerkbar, das Fahrzeug kann in gewissen Situationen anders als gewohnt reagieren. So ändert sich z.B. die Seitenneigung bei Kurvenfahrt oder es kann sich auch der Bremsweg erhöhten
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