Tunneltest 2007

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Sicherheit in Schweizer Tunnels auf hohem Niveau

Im TCS Tunneltest 2007 schneiden die getesteten sieben Schweizer Tunnels mit Ausnahme des Mositunnels gut ab. Sehr gut schnitt der «Oldtimer» Seelisberg ab - trotz strengerer Testkriterien. Jeder 5. europäische Strassentunnel entspricht nicht den minimalen Sicherheitsstandards.

Die Schweiz ist ein Land von Tunnels. Bis 2015 werden 280 km, d.h. rund ein Siebtel des schweizerischen Nationalstrassennetzes, unterirdisch verlaufen. Dies zeigt die Bedeutung der Tunnelsicherheit auf. Der TCS führt seit 9 Jahren in Zusammenarbeit mit seinen Partnerclubs Tunneltests durch. Deren Zweck besteht darin aufzuzeigen, wie gut Tunnelbauwerke aktuellen Sicherheitskriterien entsprechen und wo Nachholbedarf besteht.


Ergebnisse Tunneltest 2007

Insgesamt wurden in 13 europäischen Ländern 51 Tunnels, davon 7 in der Schweiz, getestet. Unter die Lupe genommen wurden auch die beiden grenzüberschreitenden Tunnels Fréjus (Frankreich-Italien) und Grosser St. Bernhard (Wallis-Italien).

Insgesamt schneiden die neueren Tunnels besser ab, gingen doch die Ränge 1 bis 3 an Tunnels, die zwischen 2004 und 2006 erbaut wurden. Auf Platz 1 liegt der Tunnel Brinje in Kroatien, gefolgt vom Tunnel Tiergarten Spreebogen in Berlin und dem tschechischen Tunnel Mrázovka. Am schlechtesten schneiden die italienischen Tunnels ab, und zwar wegen chronischer Mängel punkto Ausrüstung und Unterhalt. Auch in Norwegen mussten drei von fünf getesteten Tunnels bemängelt werden.

Die schweizerischen Tunnels schnitten - mit einer Ausnahme - gut ab, wie die nachstehende Übersicht zeigt:

Tunnel

Ort

Inbetriebnahme

Ergebnis

Bruyères A1 Nähe Murten 2001 sehr gut
Spier A1 Horw, Luzern 2002 sehr gut
Seelisberg A2 zw. Luzern u. Altdorf 1980 sehr gut
Arisdorf A2 Sissach, Baselland 1970 sehr gut
Grand-St-Bernard Wallis-Italien 1964 ausreichend
Mont Chemin Umfahrung Martigny 1993 ausreichend
Mosi A4 Brunnen-Schwyz 1964 ungenügend


Die Noten ausreichend bis sehr gut zeigen, dass die schweizerischen Tunnels im europäischen Vergleich gut abgeschnitten haben, aber noch Nachholbedarf vorhanden ist. Bemerkenswert ist, dass die beiden in die Jahre gekommenen, Tunnels Arisdorf und Seelisberg, die 1970, respektive 1980 in Betrieb genommen wurden, punkto Sicherheit auf den neusten Stand sind. Trotz der strengen EuroTAP- Kriterien schnitten sie mit der Note sehr gut ab. Der erzielte Fortschritt ist insbesondere beim Seelisbergtunnel spektakulär, der 1999 lediglich mit der Note „ausreichend“ bewertet wurde. Nun erreichte er die Bestnote sehr gut. Das neue Videoüberwachungssystem sowie die verbesserten Fluchtwege und Notausgänge haben einen nicht zu unterschätzenden Einfluss auf das gute Abschneiden des Seelisbergtunnel gehabt.

Die Resultate des TCS Tunneltests 2007 beweisen, dass ältere Tunnels ohne Weiteres ein höheres Sicherheitsniveau erreichen können. Dies war auch 2006 der Fall, wo der Gliontunnel bei Montreux, der Rosenbergtunnel in St. Gallen sowie der Sonnenbergtunnel in Luzern gute Testresultate erzielten.


Nachholbedarf beim Grand St. Bernard und beim Mositunnel

Diese zwei Tunnels wurden wegen Nichterfüllens unerlässlicher Kriterien schlecht benotet. Der Grand-St-Bernard-Tunnel hätte durchaus mit «gut» bewertet werden können, wenn er über Notausgänge verfügte. Der Bau eines Fluchtstollens wird seit Jahren diskutiert. Deren Fertigstelllung ist nun auf das Jahr 2011 geplant.

Der Mosi-Tunnel hätte anstelle der Schlussbewertung «ungenügend» ein ausreichendes Ergebnis erzielen können. Dies, sofern Notausgänge und ein leistungsfähigeres Belüftungssystem vorhanden wären. Die vom Standpunkt der Verkehrssicherheit erwünschten Verbesserungen befinden sich zurzeit im Planungsstadium.

Quelle: TCS Schweiz


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