Gefährliche Sonnenblendung
Eine Sekunde bei 50 km/h bedeuten 14 Meter Blindflug
Die Blendung durch Sonnenlicht stellt eine ebens grosse potenzielle Gefährdung dar wie die Blendung durch entgegen kommende Autos bei Nachtfahrten. Das Problem der Sonnenblendung beim Autofahren wird häufig als naturgegeben betrachtet. Dabei gibt es wirksame Massnahmen, um das Unfallrisiko wegen Sonnenblendung zu minimieren.
Blendung durch Sonnenlicht oder rasch wechselnde Lichtverhältnisse stellen im Strassenverkehr eine grosse Gefahr dar. Plötzliche Blendung kann dazu führen, dass Velofahrer und Fussgänger übersehen werden. Zu geringer Abstand zum Vordermann erhöht das Risiko von Auffahrunfällen.
Wer nur für eine Sekunde nichts sieht, legt bei Tempo 50 bereits 14 Meter im Blindflug zurück. Bei 130 km/h sind es 36 Meter, was in etwa zwei Sattelschlepperlängen entspricht. Daher ist es entscheidend, bei plötzlich auftretenden, extremen Lichtverhältnissen richtig zu reagieren.
Wer durch die Sonne in seiner Sicht beeinträchtigt wird und deswegen einen Unfall verursacht, darf vor Gericht nicht auf Verständnis oder Milde hoffen. Wenn sich ein Fahrer aufgrund einer Sonnenblendung zum Beispiel nicht ganz sicher ist, welche Farbe Ampel anzeigt, darf er unter keinen Umständen einfach in den Kreuzungsbereich einfahren, sondern muss entweder sicherstellen, dass er die richtige Farbe ermitteln kann oder – wenn dies unmöglich ist – sich langsam in den Kreuzungsbereich herein tasten und dabei jegliche Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer vermeiden.
Geschwindigkeit anpassen oder anhalten
Wer in die Sonne schaut, ist für ein paar Sekunden blind. Besser ist es, den Blick auf die Fahrbahn, relativ dicht vor dem Fahrzeug, zu senken. Die Geschwindigkeit muss der Sichtweite angepasst werden. Besondere Vorsicht gilt im Bereich von Kreuzungen, Fussgängerampeln, Fussgängerstreifen, in Wohnstrassen, nahe Schulen, Kindergärten sowie Sport- und Freizeiteinrichtungen.
Wird man so stark geblendet, dass man nichts mehr sieht, sollte man in der Nähe von Fussgängern und Velofahrern rasch stehen bleiben. Bei genügend Platz und Zeit sucht man zum Anhalten besser eine sichere Möglichkeit am Strassenrand. Denn wenn in Folge eines jähen Bremsmanövers ein Auffahrunfall passiert, ist die Schuldverteilung oft keine einfache Frage.
Die wichtigsten Tipps:
- Sonnenschutz: Sonnenbrille und Sonnenblende schützen vor dem grellen Licht. Die Sonnenbrille sollte bei strahlendem Sonnenschein stets griffbereit liegen.
- Vorausschauend fahren: Wer auf sich ändernde Lichtverhältnisse und mögliche Blendungen gefasst ist, kann das Tempo rechtzeitig reduzieren und den Sichtverhältnissen anpassen.
- Abstand halten: Mehr Abstand bedeutet auch mehr Zeit, um reagieren oder rechtzeitig bremsen zu können.
- Nicht ablenken lassen: Bei schwierigen Sichtverhältnissen Ablenkungen während der Fahrt unterlassen. Auch auf Telefonate über eine Freisprecheinrichtung sollte man bei schwierigen Verhältnissen verzichten.Volle Konzentration ist gefragt!
- Saubere Innen- und Aussenscheiben: Ordentlich gereinigte Windschutzscheiben und Helmvisiere sind im Sommer besonders wichtig. Trifft das Licht auf schmutziges, nicht fettfreies Glas, wird der Lichtstrahl stärker gebrochen und der Blendeffekt dadurch noch zusätzlich verstärkt. Ausserdem ist auf ausreichend Wasser inklusive Reinigungsmittel im Scheibenwischertank zu achten.
Quelle: ÖAMTC












