Achtung Wildwechsel
Wildunfälle im Herbst und im Frühling besonders häufig
Durchschnittlich jede Stunde kollidiert in der Schweiz ein Auto mit einem Reh. Jährlich werden der Polizei und den Wildhütern über 20‘000 Unfälle mit grossem und mittelgrossem Wild gemeldet. Nicht immer bleibt es für den Menschen beim Schrecken. Jedes Jahr verletzen sich auch über 60 Personen bei Unfällen mit Wild und es entstehen hohe Sachschäden. Die Jäger und Wildhüter haben die undankbare Aufgabe, verletztes Wild zu suchen und von ihrem Leiden zu erlösen.
Besonders im Frühling und im Herbst ist verstärkt mit Wildwechsel zu rechnen; Schwerpunkte sind der Mai und der Zeitraum August bis Oktober.
Im Frühling ist die Gefahr eines Unfalls grösser, da in dieser Jahreszeit viele Tiere auf Partnersuche sind oder mit ihren unerfahrene Jungtieren die ersten Ausflüge machen. Ausserdem locken vom vergangenen Winter übrig gebliebene Salzreste am Strassenrand Rehe und Hirsche an.
Aber auch im Herbst ist das Unfallrisiko höher. Besonders in den Morgenstunden und Abends drohen im Herbst vermehrt Unfälle.
Morgen- und Abenddämmerung am gefährlichsten
In den frühen Morgenstunden und beim Eindunkeln ist die Gefahr einer Kollision besonders gross. Zu dieser Zeit sind viele Wildtiere unterwegs und für die Fahrzeuglenker ist die Sicht eingeschränkt. Besondere Aufmerksamkeit ist deshalb vor allem in der Morgen- und Abenddämmerung, zwischen 5:00 und 8:00 Uhr sowie zwischen 17:00 bis 22:00 Uhr, geboten (→ Tipps, → Video Crashtest).
Bei Trockenheit sind die Tiere übrigens aktiver als bei regnerischem Wetter.
Viele Wildtiere sind auch nachtaktiv. In der Dunkelheit sind die Tiere oft schlecht zu sehen und bleiben vom Scheinwerferlicht geblendet mitten auf der Strasse stehen.
Präventionsprojekt «Weniger Wildunfälle!»
Neben Personenschäden und zehntausenden überfahrenen Tieren verursachen Kollisionen mit Wild auch hohe Sachschäden und einen grossen Arbeitsaufwand für Polizei, Jäger und Wildhüter. Die finanziellen Schäden gehen in die Millionen. Versicherungswirtschaft, Behörden, Jäger und Tierschutz haben ein grosses Interesse, die Zahl der Unfälle mit Wildtieren zu senken und damit die Verkehrssicherheit auf Schweizer Strassen zu erhöhen.
Mit dem Präventionsprojekt «Weniger Wildunfälle!» wollen der Schweizerische Versicherungsverband SVV (Projektträger), die Kantone Zürich, Luzern und Schaffhausen, RevierJagd Schweiz und der Schweizer Tierschutz STS Kollisionen mit Wild auf den Strassen stark senken.
Akustische Warngeräte
Teil des Projekts war die Entwicklung eines akustischen Wildwarners (→ Video) durch ein Schweizer Elektroniunternehmen und die Fischerei- und Jagdverwaltung des Kantons Zürich. Das Gerät besteht im Wesentlichen aus fünf Komponenten:
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Zwei lichtempfindliche Sensoren
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Lautsprecher
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Energieversorgung
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Elektronische Steuerung
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Gehäuse
Der Pfeifton wird ausgelöst, sobald zwischen den beiden Lichtsensoren eine bestimmte Differenz an Licht festgestellt wird. Dies ist der Fall, wenn das Abblendlicht bzw. der Scheinwerfer des herannahenden Fahrzeuges auf den ihm zugewandten Sensor trifft (Dämmerung und Nacht).
Die Energie liefert ein konventionelles Batteriepaket. Theoretisch reicht die Energie mindestens fünf Jahre, um während acht Stunden am Tag alle 30 Sekunden den Pfeifton zu spielen.
Bis jetzt sind in den Kantonen Zürich, Schaffhausen und Luzern über 8'000 Geräte im Einsatz. Die Wildunfälle haben dort um 30 bis 40 Prozent abgenommen (→ Evaluation für den Kanton Zürich ).
Angepasste Geschwindigkeit und richtiges Verhalten
Den besten Schutz vor Unfällen mit Wild bietet nach wie vor das Fahren mit angepasster Geschwindigkeit auf Strassenabschnitten mit Wildwechsel. Um die Automobilisten zu zu sensibilisieren wurde deshalb der Flyer «Tiere im Verkehr. Achtung, Tempo anpassen!» herausgegeben. Er zeigt, welche Tierarten sich wie verhalten, zu welcher Tageszeit die grösste Gefahr herrscht und was nach einer Kollision zu tun ist.
Der Flyer sollte in jedem Handschuhfach mitgeführt werden. Er kann hier bestellt oder direkt heruntergeladen werden.
Unfälle melden ist Pflicht!
Bei einem Unfall mit einem Tier ist gemäss Gesetz unverzüglich der Besitzer oder die Polizei zu benachrichtigen. Wer die Meldung unterlässt, macht sich strafbar.
Geflüchtete Tiere können schwer verletzt irgendwo in Deckung tagelang leiden und qualvoll eingehen. Nur wenn Kollisionen unverzüglich gemeldet werden, können die Tiere gesucht, entsprechend ihrem Zustand professionell versorgt und allenfalls erlöst werden.
Versicherungen
Sachschäden am Fahrzeug werden vergütet, wenn eine Teil- oder Vollkaskoversicherung abgeschlossen ist und der Unfall der Polizei gemeldet und protokolliert wurde.
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Funktionsweise des akustischen Warngeräts









TCS-Crashtest mit Hirsch-Dummy




