Achtung Blitzschlag
Mit dem Auto sicher durchs Donnerwetter
Wenn sich an einem feuchtschwülen Sommertag am Himmel was zusammenbraut, sind Autofahrer im Gegensatz zu Fussgängern und Radfahrern bei Blitzeinschlag gut geschützt. Ist das wirklich so?
Blitzentladungen - seit jeher ein beeindruckendes, aber auch Furcht einflössendes Naturspektakel - sind zwar interessant zu beobachten, allerdings auch mit Vorsicht zu geniessen: Hier entstehen Spannungen bis zu einigen hundert Millionen Volt mit Strömen zwischen 10'000 und 20'000 Ampere (im Vergleich dazu: Unsere Haushalts-Stromnetze sind auf maximal 15 bis 25 Ampere bei 250 Volt Spannung ausgelegt).
Autofahrer sind in diesem Fall fein raus. Wissenschaftlich ist bewiesen, wer sich innerhalb eines Blech- oder Metallgehäuses aufhält und dieses von innen nicht berührt, ist vor Blitzeinschlag sicher.
Der Blitz wird über die geschlossene Metallkarosserie zur Erde abgeleitet, so das sogenannte Käfigprinzip nach Faraday. Was Sie als Autofahrer trotz verringerter Blitzeinschlags-Gefahr unbedingt beachten sollten:
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Als Parkplatz während eines Gewitters keine gegenüber der Umgebung erhöhten Punkte aussuchen
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Fenster und Schiebedach schliessen
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Antennen, soweit möglich, einziehen (könnte im Fall des Falles kritisch für die angeschlossenen elektronischen Geräte und deren Verkabelung sein)
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Handy nicht benutzen bzw. von der Antenne trennen
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Im Innenraum sollte man keine Metallteile, die mit der Karosserie in Verbindung stehen, berühren, was bei der heutzutage üblichen Kunststoffauskleidung kaum ein Problem darstellen dürfte.
Wenn der Blitz nun trotzdem einschlägt?
Natürlich kann der Blitz auch in ein Auto einschlagen, was aber extrem selten vorkommt. Dann sind für die Insassen, verursacht durch die Blend- und Knallwirkung, Schreckreaktionen denkbar. Bewahren Sie unbedingt Ruhe.
Einzig Ihr Auto kann vielleicht einige Blessuren davon tragen. Da ein Blitzeinschlag wie erwähnt sehr unwahrscheinlich ist, waren „echt“ getroffene Autos für eine Untersuchung nicht aufzufinden. Bei nachgestellten Versuchen in Hochspannungs-Labors konnte man aber Brandspuren am Lack sowie quer über die Reifenflanken feststellen.
Vorsicht bei Cabrios und Wohnmobilen
Bei Cabrios und Wohnmobilen können Lücken im oben genannten Faradayschen Käfigprinzip entstehen. Dank der üblichen Metallversteifungen bei einer Cabrio-Verdeck-Konstruktion ist die Blitzeinschlagsgefahr bei geschlossenem Verdeck gebannt. Bei einem Einschlag wird der Blitz über Karosserie und Reifen direkt zum Boden abgeleitet.
Aber bei aufkommendem Gewitter sollte das Verdeck geschlossen werden: Wer bei Gewitter offen herumfährt, fungiert selbst als Ziel- und Peilantenne für den Blitz und provoziert so einen Einschlag.
Wohnmobile bestehen unter Umständen am Dachausschnitt aus Kunststoff, denn Hub- oder Klappdächer sind nicht unüblich. Für einen optimalen Blitzschutz sollten an dieser Stelle Metallrahmen und –streben mit eingearbeitet sein, die metallisch mit dem Blechdach verbunden sein müssen. Damit kann der Blitz gefahrlos zur Erde geleitet werden.
Zweiradfahrer und Fussgänger brauchen zusätzlichen Schutz
Motorradfahrer, Fussgänger und Radfahrer sollten unter freiem Himmel die Nähe zu hohen Objekten wie Bäume, Masten bei Donnerwetter unbedingt meiden. Wenn Sie ein Gewitter überrascht, suchen Sie möglichst Schutz unter einer Brücke oder ähnlichem und halten Sie gegebenenfalls Abstand zu Ihrem Motorrad.
Quelle: ADAC













