IG Motorrad lehnt Raserinitiative ab

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Bei Rasen Mord?

Die Interessengemeinschaft Motorrad lehnt einen auf Verfassungsstufe basierenden Massnahmenkomplex zur Bestrafung von Temposündern ab.
Raserkampagnen
Die überwiegende Mehrheit der Motorradfahrer ist verantwortungsvoll unterwegs. (Bild: Blog Michael Jäger)

Obwohl Motorradfahrer immer wieder mit verheerenden Folgen zu Opfern rücksichtsloser Autofahrer werden, sieht die grösste unabhängige Organisation von Motorradfahrern in der Schweiz in der geforderten Verschärfung von Strafen und Kontrolldruck kein wirksames Mittel zur Verbesserung der Sicherheit im Strassenverkehr.

Jede übermässige Kriminalisierung von Verkehrsteilnehmern wird nachhaltige Veränderungen in der politischen Kultur unseres Landes mit sich bringen, an deren Ende der Überwachungsstaat steht.

Nicht nachvollziehbar ist der Verweis auf unzureichende Sanktionierung schwerer Verkehrsdelikte, den die Befürworter Initiative anführen; die geltende Gesetzgebung sieht bei Unfällen mit Todesfolge bereits eine empfindliche Bestrafung durch Freiheitsentzug von bis zu drei Jahren vor!

Dieses Strafmass sowie erprobte Massnahmen wie Entzug des Führerausweises verbunden mit hohen Geldbussen, sind als Instrument der Sanktionierung mehr als ausreichend. Parolen wie „Raserparadies Schweiz“ wirken in diesem Zusammenhang populistisch, unangemessen und realitätsfremd. Besorgnis erregend ist die angestrebte Erhöhung des Strafmasses für Verkehrsdelikte. Geforderte Freiheitsstrafen von bis zu vier Jahren rücken Verkehrssünder in die unheilvolle Gesellschaft von Kriminellen, die sich wegen geplanter Mord- und Raubdelikte zu verantworten haben.

Grundsätzlich erscheint ein Handlungsbedarf zur Sache fragwürdig, zumal die aktuellen Erhebungen des Bundesamts für Statistik (BFS) und der Schweizerischen Beratungsstelle für Unfallverhütung (bfu) eine sinkende Anzahl schwerer Verkehrsdelikte belegen. Anhand dieser Zahlen laufen die Verfechter einer noch strengeren Strafverfolgung Gefahr, einer Scheinproblematik aufzusitzen und Vorurteile zu schüren.

Wie fliessend die Grenze von Vorurteil zu Vorverurteilung zuweilen sein kann, erfahren Motorradfahrer regelmässig. Leichtfertig werden sie als „Raser“ verunglimpft, obwohl die überwiegende Mehrheit von ihnen verantwortungsvoll mit Mensch und Maschine umgeht.

In diesem Sinn fordert die IG Motorrad von den Betreibern und Befürwortern der Volksinitiative bei der juristischen Würdigung von Geschwindigkeitsvergehen Vernunft und Augenmass walten zu lassen.

Quelle: IG Motorrad

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Kommentare 

 
+1 # Nöggi 2010-09-28 17:08
Wieviele unschuldige Töfffahrer müssen noch sterben oder besser gesagt, werden noch ermordet, bis die [Schimpfwort entfernt]iische Tagesfahrlicht- Regelung wiederrufen wird???????

Fahren mit Licht am Tag: Ehemals das Privileg der Töff- und Rollerfahrer. Seit der Einführung des [Schimpfwort entfernt]ischen Lichtfahrens am Tag, sind die Unfallzahlen der Fussgänger und vorallem der Motorradfahrer massiv gestiegen. Allein letzes Jahr um satte 17% !!!!!!!!!! Trotzdem behaupten unser superschlauer Bundesrat L. und das BfU , dass das Lichtfahren am Tag nichts damit zu tun haben soll. Dümmer gehts kaum noch

MfG www.taxitubel.ch
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0 # R.Schild 2010-11-16 16:05
Beim L kommt es ja im Verker nicht drauf an,da er ja so ein Hitzkopf ist der im Verkehr ja auffallen muss durch sein Negatives Leuchten.
Gruss René
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0 # Urs 2011-02-21 20:29
Nationalrat Philipp Müller (FDP AG) hat sich einem Gespräch mit der Internetzeitung Polizeibericht.ch gestellt, welches offenbar ein Redaktor führte, der auch ein Gegner der Raserinitiative ist. Trotzdem finde ich, dass Müller die nicht gerade zimperlich gestellten kritischen Fragen entkräftet hat:

http://polizeibericht.ch/ger_details_32276/7_kritische_Fragen_zur_Raserinitiative _an_Nationalrat_Philipp_Mueller_%28FDP%29.html
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