Ausbau Axenstrasse

Achtung, öffnet in einem neuen Fenster. PDFDruckenE-Mail

Axen-Gespräche mit Bundesrat und Uri geführt

Weil die Mehrheit des Schwyzer Kantonsrats den Verzicht auf einen Ausbau am Axen verlangt hat, ist die weitere Projektierung tatsächlich auf Eis gelegt worden. Anfang 2010 wird bekannt gegeben, wie es weitergehen wird.
Axenstrasse
Axenstrasse bei Brunnen (Bild: Neue SZ)

Offenbar ist der Bund doch nicht gewillt, ein grosses Strassenbauprojekt gegen den Willen der jeweiligen Region zu realisieren, auch wenn es sich um ein nationales Anliegen oder sogar eine europäische Strassenverbindung handelt.

Der Bundesrat hat im Januar 2009 das von Uri und Schwyz ausgearbeitete generelle Projekt für den Ausbau der Axenstrasse zwischen Sisikon-Süd und Ingenbohl-Nord bewilligt. Er hat dazu gleichzeitig einen Kredit von 958 Mio. Franken zur Verfügung gestellt. Davon hätte der Kanton Schwyz 45 bis 50 Mio. Franken und Uri rund 5 Mio. Franken zu übernehmen.


Mehrverkehr und Kosten befürchtet

Das Projekt sieht den Bau eines Sisikoner-Umfahrungstunnels vor und eines Morschacher-Tunnels vom Ort bis Mosi. Ursprünglich war geplant, dass der Beginn der Bauarbeiten 2011 erfolgen sollte. Das ist absolut illusorisch geworden. Im vergangenen Juni hat der Schwyzer Kantonsrat mit 57 zu 30 Stimmen das Postulat einer Gruppe von Schwyzer Kantonsräten gutgeheissen, wonach die Schwyzer Regierung in Bern einen Verzicht auf dieses Projekt verlangen soll. Das Axen-Vorhaben wurde in diesem Ausmass als nicht erforderlich und unverhältnismässig bezeichnet. Befürchtet wurden Mehrverkehr und eine zu starke Belastung für die Schwyzer Strassenbaurechnung. Zugestimmt wurde lediglich dem Bau eines kurzen Umfahrungstunnels für Sisikon.


Projektierung auf Eis gelegt - Verhandlungen im Gang

Da die Axenstrasse seit dem Netzbeschluss von 1960 unverändert im geltenden Nationalstrassenbauprogramm enthalten und damit der Bund für die Realisierung zuständig ist, durfte davon ausgegangen werden, dass die Projektierung weiterläuft. In der Antwort auf einen zweiten Vorstoss hat nun Baudirektor Lorenz Bösch aber bestätigt, dass dieses Postulat «zu einem vorübergehenden Stopp der Projektierungsarbeiten geführt hat». Das bisherige Projekt liegt also auf Eis respektive wurde gar nicht weitergeplant. «Momentan läuft gar nichts», bestätigte Regierungsrat Bösch.

Im Gang sind allerdings Verhandlungen. Einerseits fanden Gespräche mit dem ebenfalls von diesem Postulat betroffenen Kanton Uri statt, andererseits mit Bundesrat Moritz Leuenberger als Vorsteher des Departements für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK). Auch wurden zahlreiche technische Abklärungen getroffen.
Momentan werden die Ergebnisse dieser Abklärungen und Gespräche in einem Bericht zusammengefasst. Er soll dem Kantonsrat Anfang 2010 vorgelegt werden.

Weil dieser Bericht in Ausarbeitung steht, hat Bösch jetzt nicht auf detaillierte Fragen der damaligen Postulanten geantwortet, welche diese in einem zweite Vorstoss gestellt haben. Dabei geht es um die Frage nach der Strategie, welche die Regierung nun fahren will. Oder ob die Konzeptplanung für die Kurzumfahrung Sisikon schon aufgenommen worden ist.

Bestätigt hat Baudirektor Lorenz Bösch immerhin, dass die Axenstrasse tatsächlich von der seit 1960 geltenden Nationalstrasse 3. Klasse zu einer Nationalstrasse 2. Klasse aufklassiert worden ist. Dies aber hängt in erster Linie damit zusammen, dass mit dem neuen NFA neu ausschliesslich der Bund für die Nationalstrassen zuständig ist und nicht mehr die Kantone.

Quelle: Bote der Urschweiz Online

Share/Save/Bookmark